#Handeln # Verändern

Alleinerziehende mehr mitdenken

In Deutschland leben ca. 2,6 Millionen Alleinerziehende 

Wir haben mit mehr als 50 Alleinerziehenden gesprochen. Die Berichte ähneln sich, als wären sie voneinander abgeschrieben. “Ich habe meine beiden Söhne über Jahre alleine erzogen und war überwiegend zufrieden mit meinem Leben in der Zeit. Aber mit den Kindern, meinem Vollzeitjob und Haus und Garten war der Alltag doch oft sehr anstrengend. Es gab Situationen in denen Unterstützung fehlte, und  an den Wochenenden, wenn die vielen vollständigen Familien mit Vater, Mutter, Kind*ern unterwegs waren, fühlte ich mich wie eine Abweichung von irgendeiner Norm und hatte manchmal wenig Lust rauszugehen. Auch im Freundeskreis gab es eigenartige Begebenheiten. Ich habe von Ehefrauen teils deutliche Missbilligung gespürt, wenn ich mich mit einem der Ehemänner unterhielt – wenn Blicke töten könnten… Aber über die vielfach nicht sehr ausgeprägte weibliche Solidarität möchten wir in einem anderen Bloggbreitrag schreiben.

Alleinerziehende gibt es über 2,6 Millionen bei uns in Deutschland das sind immerhin ca. 23 % der rund 11,58 Millionen Familien

Aber auch die alleinerziehende Mutter, Journalistin und Buchautorin Christine Finke muss feststellen, dass „wir als Familienform überhaupt nicht mitgedacht werden. Sei es bei den Familieneintritten im Schwimmbad, im Steuersystem, bei der politischen Beteiligung, auch auf dem Wohnungsmarkt (man könnte ganz wunderbar Alleinerziehenden-Cluster-Wohnen bauen, wo die Eltern sich gegenseitig unterstützen könnten, so eine Art WG mit eigenen Bädern/Küchen).“

Alleinerziehende Finanzqueen AFQ will anregen, mit der Vereinzelung Schluss zu machen, sich zu vernetzen und gegenseitig zu unterstützen. Unser Wunsch ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, die Lobby der Alleinerziehenden zu stärken.

Sigrid Egner, 56, 2 inzwischen erwachsene Söhne